Kreuzfahrten sind traumhaft schön. “Aber Kreuzfahrten sind auch traumhaft teuer.”, werden einige wohl behaupten, aber diese Zeiten gehören schon längst der Vergangenheit an. Seit Jahrzehnten sind die Vergnügungsreisen auf hoher See schon keine ausgesuchte Art des Urlaubmachens für die oberen 10.000 mehr, nein, eine Reise über den Ozean ist heute zwar immer noch nicht die billigste Art und Weise seine Ferien zu verbringen, aber es ist doch durch das rege Kundeninteresse inzwischen zu einem durchaus leist- und bezahlbaren Ferienvergnügen geworden.
Im Gebiet der Kreuzfahrten hat sich aber nicht nur dieses Faktum verändert. Die Meere zu befahren ist moderner, jünger, frischer geworden. Die Tage, an denen man auf den Promenadendecks, Speisesalons und Liegestühlen nur finanzkräftigen Rentnern und liquiden Altsemestern begegnet ist, sind eindeutig vorüber. Das Publikum ist nun wesentlich durchmischter, von Kleinkindern bis zum alten Ehepaar, das die goldene Hochzeit feiert, ist alles vertreten und zu finden. Wer also bisher von einer Kreuzfahrt absah, weil ihm durch Dokumentationen, Erzählungen oder Spielfilme falsche Bilder in den Kopf eingespielt wurden, sollte sich selbst, auf einem der tausendfach vorhandenen, luxuriösen Kreuzfahrtschiffen, die in Größe und Ausstattung selbst die berühmte “Titanic”, die wohl bei vielen noch immer das non plus ultra eines Schiffes darstellt, mit spielender Leichtigkeit in den Schatten stellen, von der neu gewonnenen Modernität der Hochseereise überzeugen.
Mit einem Schiff zu reisen ist eine sehr mondäne Art der Fortbewegung, es ist langsamer als mit dem Flugzeug, natürlich, aber bei einer Kreuzfahrt geht es schon lange nicht mehr ums schnelle Vorankommen, denn die Luftfahrt hat Schiffsreisen mit dem Zweck von A nach B zu kommen weitestgehend unnütz gemacht, es geht um das Erlebnis Ozean, das Erlebnis Schiff, das Erlebnis Kreuzfahrt. Man hört oft “Der Weg ist das Ziel”, aber wo träfe das mehr zu, als bei einer Kreuzfahrt? Nirgendwo. Denn es geht beileibe nicht mehr darum in Hamburg zuzusteigen und innerhalb einer Woche nach New York zu gelangen. Es geht vielmehr darum in Hamburg zuzusteigen und die Langsamkeit der Reise zu genießen, sich Zeit zu nehmen, über die Reling gelehnt die Sehenswürdigkeiten vorbeiziehender Küsten und Inseln zu bewundern, bei Landgängen ausführlich die Häfen fremder Städte zu erkunden, in dem Mikrokosmos “Schiff” neue Kontakte zu knüpfen, gut zu essen und einen Hauch der großen, weiten Welt zu erhaschen. Denn die Welt kommt einem nie größer vor, als wenn man langsam über die Wellen gleitet, erst auf einem Kreuzfahrtschiff hat man die Möglichkeit die Entfernungen auf der Erde zu begreifen, die bei anderen Reisearten, durch die immense Geschwindigkeit, subjektiv kaum noch wahrgenommen werden können. Eine Kreuzfahrt heißt eine Reise bewusst wahrzunehmen und nicht nur das Reiseziel, es heißt den Weg ebenso zu genießen, wie das spätere Ankommen. Von allen möglichen Reisemethoden, die es gibt und die Angeboten werden, ist die Kreuzfahrt vielleicht die intensivste und eindringlichste von allen, die fesselndste und genussreichste.
Neben den klassischen Kreuzfahrtrouten durch das Mittelmeer, die Südsee und den Mittelatlantik, die natürlich nicht umsonst zu den beliebtesten Kreuzfahrtstrecken gehören, bieten immer mehr Schifffahrtsgesellschaften auch Reisen in die eisigen Polarregionen unseres Planeten an, die sich größter Beliebtheit erfreuen und meist auf Monate im Voraus ausgebucht sind. Reisen nach Island, Bergen, Grönland und Nordkanada, aber insbesondere nach Grönland, sind etwas abenteuerlicher als in der Südsee. Das Klima ist rauer, das Wetter ist kälter, die Küsten sind schroff und karg, aber dennoch von atemberaubender Schönheit, denn nicht umsonst finden gerade diese neu etablierten Strecken immer mehr Zulauf.
Besonders lohnend sind auch Kreuzfahrten im Indischen Ozean, da dort die vielen berühmten Südseeinseln auf die Sonnenanbeter warten, die sich von der Kargheit der Polarregion weniger angezogen fühlen. So hat man durch eine Kreuzfahrt die einmalige Chance verschiedene Regionen, während einer einzigen Reise zu erreichen.
Welche andere Reiseform, außer der Kreuzfahrt, ermöglicht es einem sonst noch, innerhalb einer Woche die Seychellen und die Malediven zu besuchen und währenddessen noch einen Abstecher ins für seinen Tee bekannte Ceylon zu machen und dabei schon für relativ geringe Kosten recht komfortabel untergebracht zu sein?
Manch einer wird vielleicht auch vor der Unterbringung auf einem Schiff zurückschrecken. Natürlich entbehrt man in einer Standardkabine eines gewissen Luxus’, den man im Hotel vielleicht hätte und vielleicht sind die Platzverhältnisse etwas beengter als anderswo, aber darauf kommt es doch auch gar nicht an. Denn wer leistet sich schon eine Kreuzfahrt und verbringt dann die meiste Zeit in seiner Kabine? Wen es dennoch abschrecken sollte, während seiner Urlaubszeit aus einem kleinen Bullauge gucken zu müssen, für den stehen auch noch geräumige Suiten zur Verfügung, die lichtdurchflutet, groß und meist sehr exklusiv eingerichtet sind.
Wer Angst vor der berühmten Seekrankheit hat, braucht sich auch nicht weiter zu ängstigen, denn die ohnehin an Bord jeden Schiffes vorhandenen Ärzte, verschreiben einem gerne ein Medikament, das einem das sanfte Wiegen des Schiffes nicht mehr so sauer aufstoßen lässt. Doch meist ist auch das vollkommen unnötig, da die meisten Patienten spätestens nach einem Tag der Eingewöhnung keinerlei Reaktionen mehr auf die dauerhaft schaukelnde Bewegung des Schiffes zeigen.
Die Kreuzfahrt ist eine wunderbare Alternative zum üblichen Cluburlaub am Strand, zum bestimmt schon des öfteren erlebten Familienurlaub in den Bergen oder auf dem Bauernhof oder zur Überlandreise mit dem Zug, dem Wohnwagen oder dem Bus, da sie viel mehr Neues und viel mehr Abwechslung beinhaltet und vermitteln kann, als es zu erfahren bei einem regulären Hotelaufenthalt überhaupt möglich wäre. Auch gilt zu bedenken, dass man sich eine Kreuzfahrt, manche Menschen sind von dieser Regelung natürlich ausgenommen, nicht jedes Jahr leistet und sie somit etwas sehr besonderes, auch für einen selbst, ist und für immer als eine exklusive Erinnerung, während man einen regulären Urlaub auch schon gerne mal vergisst, im Kopf verankert bleibt.

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